Konzept

... und Action!

"Kamera", "Kamera läuft", "Klappe", "...und bitte!" heißt es seit Herbst 2002 regelmäßig am BTI. Das BTI eine Filmschule? Nicht ganz. Der Filmkurs wird für  Informationstechnische Assistenten (ITA) angeboten, um sie auf die Anforderungen ihres späteren Berufs vorzubereiten. In diesem Kurs werden kurze Filme hergestellt, die die Schülerinnen und Schüler unter fachlicher Anleitung eigenständig konzipieren und realisieren.

Filmemachen und Berufsvorbereitung

Die Schüler/innen des ITA Bildungsgangs werden nach der Ausbildung in einer Berufswelt arbeiten, in der es notwendig ist, die Wünsche des Kunden schnell und präzise umzusetzen, allein und im Team. Dies stellt bei allen Beteiligten allerhöchste Ansprüche an deren Flexibilität und Kreativität .

Ohne Flexibilität, Kreativität und Teamfähigkeit geht es auch bei der Herstellung eines Films nicht. Somit ist es ein ideales Medium, um die Kursteilnehmer/innen auf wichtige Anforderungen ihres zukünftigen Berufs vorzubereiten. Gleichzeitig sorgt der Kurs dafür, dass Medienkompetenz, Wahrnehmungs- und Ausdrucksfähigkeit geschult werden - ein vielschichtiges Angebot also, das den Teilnehmenden mit einem rein informationstechnisch ausgerichteten Projekt nicht gemacht werden kann.

Eigenständigkeit

Die konkreten Aufgaben, kurze Filme zu einem vorgegebenen Thema und ein "Making of" nicht nur zu konzipieren sondern auch herzustellen, sind eigenständig und termingerecht zu bewältigen. Die fachlich-medienpädagogische Betreuung stellt sicher, dass die Teilnehmer/innen sich das notwendige Hintergrundwissen aneignen und während des Projekts fachlichen Rat holen können.

Eine komplexe Aufgabe

Einen Film eigenständig zu realisieren, ist eine komplexe Aufgabe. Sie verlangt von den Teilnehmenden, alle Phasen des Filmemachens zu durchlaufen, von der Findung des Stoffes und der Stoffentwicklung, der Gestaltung von Exposé, Treatment, Storyboard und Drehbuch bis hin zur Realisierung des Films mit Dreharbeiten, Filmschnitt, Tonmischung und Ausgabe auf ein digitales Medium.

Um die Aufgabe bewältigen zu können, müssen die Teilnehmenden nicht nur bisher erworbene Fach- und Methodenkenntnisse anwenden und erweitern (Planung, Informationsbeschaffung und -verarbeitung) und fachspezifisches Wissen vertiefen (Projektmanagement, Windows/Mac Betriebssysteme) sondern auch Kenntnisse in den Bereichen Filmproduktion, Filmästhetik und Copyright erwerben.

Teamarbeit

Da professionelle Filmproduktion zugleich grundsätzlich Teamarbeit bedeutet, arbeiten auch die Kursteilnehmer und -teilnehmerinnen im Team. Dies verlangt auf der einen Seite sowohl persönliches Durchhaltevermögen als auch die Fähigkeiten, die eigenen Möglichkeiten und Grenzen und die von anderen einschätzen und die zur Verfügung stehende Zeit einteilen zu können. Dies heißt auf der anderen Seite aber auch, dass die Teilnehmer/innen gemeinsam Verantwortung übernehmen, Konflikte lösen, Führungsrollen erproben und sich den Bedürfnissen der Gruppe anpassen müssen.

Produktionsprozess und Reflexion

Der produktorientierte Ansatz des Kurses macht es notwendig, dass der Produktionsprozess von allen Beteiligten verantwortungsbewusst, kreativ und zielgerichtet durchgeführt wird, um die gestellte Aufgabe bewältigen und den Film termingerecht fertig stellen zu können.

Um dies zu leisten ist eine ständige Reflexion notwendig, ob die gesteckten Ziele erreicht werden, ob die gewählte Methode erfolgreich ist und wie die Zusammenarbeit in der Gruppe funktioniert.

Die filmästhetisch-kreative Auseinandersetzung mit dem Medium Film führt zwangsläufig zu einer Reflexion der Möglichkeiten und Grenzen dieses Mediums und dementsprechend zu einer höheren passiven und aktiven Medienkompetenz von allen, die am Gestaltungsprozess beteiligt sind.

Produktpräsentation

Zum festlichen Abschluss des Projekts werden die Filme regelmäßig am Ende des Schuljahres in der Schule vor einem größeren Publikum gezeigt und auf dieser Internetseite veröffentlicht.
Herausragende Produktionen werden beim Jugendfilmfestival Marl eingereicht.

Sechs Kompetenzbereiche

Der Filmkurs fordert und fördert Kompetenzen in sechs Bereichen:

- Planungs- und Gestaltungskompetenz (eigenständige Gestaltung des Produktionsprozesses)

- Fach- und Methodenkompetenz (Hardware-/Softwarekenntnisse, Informationsbeschaffung und -verarbeitung, Projektmanagement, Präsentation)

- Medienkompetenz (Wahrnehmen und Anwenden filmästhetischer Strategien, rechtlicher Hintergrund)

- Reflexions- und Evaluationskompetenz (Bewertung der Ziele, Methode, Zusammenarbeit, Resultate)

- Individuell-personale Kompetenz (Durchhaltevermögen, Zeitmanagement, eigenständige Problemlösung)

- Soziale Kompetenz (Erprobung von Führungsrollen, Konfliktlösungsstrategien, gemeinsame Übernahme von Verantwortung)

Eine echte Herausforderung

In einem Projekt wie diesem besteht immer die Möglichkeit, an der Aufgabe zu scheitern. Viele Kursteilnehmer und -teilnehmerinnen erleben die Filmproduktion zwar als interessant, aber nicht als einfach. Die gemeinsame Arbeit im Kurs "Filmgestaltung" ist eine echte Herausforderung.

Da aber Film ein für junge Menschen außerordentlich attraktives Medium ist, gehen sie in der Regel sehr engagiert und mit Begeisterung an die gestellten Aufgaben heran - eine ideale Voraussetzung dafür, dass sie die vielschichtigen Aufgaben auch tatsächlich bewältigen.